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Die Schären: Besuch bei den Seehunden


Von Sven Sevens

In Turku, der ältesten Stadt Finnlands, locken hervorragende Fischgerichte. Heutzutage darf man dabei auch Messer und Gabel benutzen. Erst 1562 lernten die Finnen durch die polnische Prinzessin Katharina die Gabel kennen. Der Umgang mit dem Eßwerkeug, das damals aus Knochen gefertigt wurde, bereitete den Menschen jedoch manche Schwierigkeit - sie stachen sich permanent in die Wangen, manch einer verlor das Augenlicht. Herzog Johann von Schweden, Stadthalter in Finnland, zog Konsequenzen und verbot den Finnen kurzerhand die Benutzung der kultivierten Gabel.Turku, durchsetzt mit Plattenbauten, verbreitet einen etwas spröden „Ostblockcharme". Gleichwohl hat die Stadt einige Sehenswürdigkeiten zu" bieten:

Da ist der Dom als das wertvollste baugeschichtliche Denkmal des Landes; das Museumsschiff Sigyn, eine Dreimastbark von 1887 oder das Handwerksmuseum von Luostarinmäki, eine Siedlung von Holzbauten, in der das historische Turku aus der Zeit vor einem verheerendem Großbrand 1827 bewundert werden kann.

Eindrucksvoll ist das Museum „Aboa Vetus & Ars Nova", in dem moderne Kunst des 20. Jahrhunderts gezeigt wird. Hier ist man zufällig unterhalb des Museums auf Teile der mittelalterlichen Stadt gestoßen, hat diese aufwendig restauriert und das Museum so um einen unterirdischen Teil erweitert.


Von Turku im Osten bis nach Stockholm im Westen erstreckt sich das Gebiet der „Schären". Nahezu 100 000 Inseln, große und unzählige kleine, die nicht größer sind als ein Fußballplatz, ragen in dieser Ostseeregion aus dem Meer. Bei etwa 65 000 Bewohnern der Schären hat also rechnerisch jeder seine eigene Insel zur Verfügung.Die Inseln und Inselchen zeichnen sich aus durch ihre in der Eiszeit glattgeschliffene Oberfläche aus hartem Granit Eines fernen Tages werden sie eine Brücke zwischen Schweden und Finnland bilden, denn die Schäreninseln sind wachsende Inseln, die sich um einen halben Meter pro Jahrhundert erheben.


Schon lange nutzen die Skandinavier dieses außergewöhnliche Naturparadies als ihr Freizeit- und Urlaubsgebiet.Für die Besucher gibt es hier reichlich Strand und Meer. Überall finden hier Angler, sei es auf dem Wasser oder Land, ein ungestörtes Plätzchen, um die Rute auszuwerfen.Auch Segler finden hier ein wahres Paradies. Zwar gilt es aufzupassen, die vielen kleinen Inselchen vorsichtig zu umschiffen, aber dafür lassen sich unzählige ruhige Anlegeplätze finden, von denen aus sich die Inseln zu Fuß erobern lassen.

Moose, Graser und kleine Latschenkiefern bestimmen die Vegetation auf den flachen Eilanden. Seehunde und ungezählte Vogelarten nennen die Schären ihr Zuhause. Der ein oder andere Elch, so ist zu hören, soll das Gebiet durchschwimmen und dabei auf den Inseln seine Pausen verbringen. Die Menschen hingegen haben es sich in ihren „stugor" gemütlich gemacht. Sommerhäuschen aus Holz, in der Regel angestrichen mit einer roten kupferhaltigen Farbe und verziert mit weißen Giebeln und Fensterrahmen.






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