|
|
Nordlichter am britischen KulturhimmelDas von Daniel Libeskind entworfene Imperial War Museum North wurde im Juli 2002 in Manchester eröffnet. Das Museum, Libeskinds erste Arbeit in Großbritannien, entschlüsselt den Einfluss des Krieges auf das 20. und 21. Jahrhundert. Bezeichnenderweise ist das Gebäude selbst genauso beachtenswert wie das Thema: Drei eindrucksvolle metallische »Scherben« ragen aus dem Boden heraus und symbolisieren Fragmente einer zerstörten Weltkugel. Von ihrer Spitze aus bieten sie einen spektakulären Blick über Manchester und den Manchester Ship Canal auf das Lowry, Manchesters überwältigendes Kunstzentrum. Ebenfalls in Manchester, und zwar im mittelalterlichen Herzen, liegt Urbis, das Museum of the Modern City. Hier werden die Erfahrungen von Städten in aller Welt dokumentiert. Beeindruckend sind der gläserne Aufzug und das Dachrestaurant mit Blick über die Stadt. Die Manchester Art Gallery wird nach einer drei Jahre dauernden Renovierung und Vergrößerung mit Kosten in Höhe von £35 Millionen nun wieder eröffnet. Die Galerie beherbergt eine der prestigeträchtigsten Kunstsammlungen von Nordengland und ist besonders wegen ihrer Präraffaeliten berühmt. Die Walker Art Gallery in Liverpool beherbergt eine der schönsten europäischen Sammlungen von Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen aus dem 14. bis 20. Jahrhundert und ist eine der acht National Museums and Galleries in der Region Merseyside, die seit kurzem keinen Eintritt mehr kosten. Im Lake District National Park wurde mit Blackwell Hall eines der schönsten und bedeutendsten Häuser der »Arts and Crafts«-Bewegung restauriert. Nach der Vollendung dieser Arbeiten zieht das Haus nunmehr große internationale Aufmerksamkeit auf sich. Blackwell wurde um die Jahrhundertwende entworfen und erbaut von HM Baillie Scott, der in Deutschland wegen einiger bedeutender architektonischer Arbeiten bekannt war, darunter der Palast des Landesfürsten von Hessen in Darmstadt. Blackwell wurde im harmonischen Einklang mit der umgebenden Landschaft entworfen, mit Blick auf Windermere, den größten der Seen des Lake District. Die prachtvolle Innendekoration der Haupträume, die von einigen der wichtigsten Künstler der »Arts and Crafts«-Bewegung stammt, ist wunderbar erhalten, und unter der Leitung der Kuratorin Ulrike Weiss aus Stuttgart hat das Haus bereits Bedeutung als wichtiger Ausstellungsort für zeitgenössische dekorative und angewandte Künste erlangt. Saltaire, Yorkshires Dorf mit Modellcharakter aus dem 19. Jahrhundert, wurde der Status eines Weltkulturerbes zuerkannt, die vierte Stätte mit diesem Status in Englands Norden, zusammen mit der Kathedrale und der Burg von Durham, Fountains Abbey und dem Hadrian’s Wall. Der philanthropisch gesinnte Mühlenbesitzer Sir Titus Salt baute das Dorf für die Arbeiter seiner Fabrik und bot ihnen saubere Steincottages, eine Schule, Geschäfte, ein Krankenhaus, Kirchen und einen Park. Saltaire ist auch heute noch eine lebendige Gemeinde, und das Herzstück des Ortes bildet die international renommierte 1853 David Hockney Gallery. David Hockney gehört zu den führenden zeitgenössischen Künstlern, er wurde in der Nähe von Saltaire geboren und lebte lange Zeit in der Umgebung. Ebenfalls in Yorkshire wurde 2001 Magna, das erste Science Adventure Centre Großbritanniens, eröffnet. Es ist bereits jetzt eines der beliebtesten Millennium-Projekte des Landes. Für die brillante Umgestaltung der höhlenartigen Bauten der Templeborough Steelworks wurde der begehrte britische Stirling Prize for Architecture verliehen. Ebenfalls ein beeindruckendes Gebäude – in diesem Fall aus Glas und Aluminium – ragt in der Umgebung von Hulls altem Hafen empor. The Deep, das zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Ozeane einlädt, entstand vor dem Hintergrund des Humber-Flussdeltas. Weiter im Norden verbindet Newcastles »Blinking Eye« genannte Millennium-Brücke die trendstarke Quayside voller Restaurants, Bars und moderner Kunst mit Gateshead Quay and Baltic, einem massiven Lagerhaus aus den 1950er Jahren, das zum größten Museum moderner Kunst außerhalb Londons umgebaut und renoviert wurde und im Juni 2002 eröffnet wurde. Ganz in der Nähe der Baltic Mill liegt das Gateshead Music Centre, das nach dem Entwurf von Sir Norman Foster erbaut wurde und in dem von 2003 an Veranstaltungen stattfinden werden. Das größte »öffentliche« Kunstwerk Großbritanniens – mit 20 Metern Höhe und einer Spannweite von 54 Metern – ist der außerhalb der Stadt stehende »Angel of the North«, ein Monument von Anthony Gormley. |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||