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Die südlichen Kykladen: Santorin und Ios


Von Franka Janßen

Santorin

Schon bei der Anfahrt auf Santorin sieht man von weitem eine steilaufragende Kraterwand – und der Vulkan dahinter spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Insel. Bei einem Vulkanausbruch 1450 vor Christus wurde die ursprüngliche Insel zerstört und die Insel in ihrem heutigen Aussehen entstand.

Aber keine Angst vor einem Besuch - der letzte Ausbruch des Vulkans war 1950 und seitdem gilt der rauchende Berg als erloschen.

Um die 300 Meter höher liegende Hauptstadt Fira (oder "Thira") zu erreichen, die sich typisch kykladisch mit vielen kleinen weißen Häusern und verwinkelten Gassen zeigt, bleiben einem drei Möglichkeiten: Eine Kabinenbahn und ein Treppenweg führen zu der Stadt hinauf - auf dem Rücken eines Esels oder (mit genügend Kondition) zu Fuß ist der Weg zu bewältigen.

Kultur-Urlauber kommen hier voll auf ihre Kosten: Das antike Santorin wurde nacheinander von Phöniziern, Dorern, Römern und Byzantinern beherrscht und bei Ausgrabungen wurden Thermen, Theater, Heiligtümer und Grabanlagen aus verschiedenen Zeiten entdeckt. Die bedeutendste Ausgrabung befindet sich bei Akroti und ist eine der größten Entdeckungen der Archäologen: Eine minoische Stadt, die um 1500 vor Christus zerstört und komplett mit Lava bedeckt wurde, kam fast unversehrt zum Vorschein; in den Häusern wurden Wandmalereien und Gebrauchsgegenstände gefunden – alle praktisch ohne Kratzer.

Die Badestrände auf Santorin locken mit ihren schwarzen Lava-Sand – ein unvergessliches Erlebnis.

Die Insel ist jedoch sehr bekannt und im Sommer ähneln besonders die archäologischen Stätten einem kleinen Menschen-Ameisenhaufen – wer unter Platzangst leidet und auf Touristenschwärme lieber verzichtet, sollte sich eine ruhige Jahreszeit zum Besuch der Insel aussuchen.

Santorin erreicht man mit der Fähre ab Piräus oder per Flugzeug von Athen aus.


Ios

Ios, in vielen Katalogen als die „Insel der Jugend“ beschrieben, gilt als die Party-Insel überhaupt. Unzählige Bars, Tavernen und Diskotheken ziehen viele Nachteulen und vor allem Techno-Anhänger an, die bis zum frühen Morgen feiern und die Nacht zum Tage machen.

Die Strände füllen sich meist erst ab mittags und wer das für einen ausgedehnten Spaziergang ausnutzen möchte, sollte den beliebten Miloptas-Strand aufsuchen, der mit 2 Kilometern der längste Strand der Kykladen ist. Ebenfalls schöne Strände gibt es bei Agia Theodoti, Psathi, Kalamas, Plakes, Tzamari, Kolitsani und Mangarni.

Aber auch Besucher, die keine „Partygänger“ sind und lieber auf archäologischen Stätten Sehenswürdigkeiten erkunden, haben hier verschiedene Möglichkeiten: Bei Agia Theodoti stehen ein Wehrturm aus hellenistischer Zeit (334 bis 30 vor Christus) und die Reste eines römischen Aquädukts, bei Psathi eine Tempelruine, ein halb verfallenes venezianisches Kastell bei Paleokastro und ein eingestürzter (ebenfalls aus hellenistischer Zeit stammender) Wehrturm bei Plakoto. Das Archäologische Museum und das Museum für Moderne Kunst befinden sich in Kolitsani und dort einen Blick hineinzuwerfen gehört zu einem „Kultur-Programm“ dazu.

Wer die Insel, auf der der berühmte griechische Dichter Homer beerdigt sein soll, besuchen möchte, kann sie nach einer knapp 10-stündigen Schiffsfahrt von Piräus aus erreichen.






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